| Neuigkeiten |
|
DARMSTÄDTER ECHO VOM SAMSTAG, DEN 26. SEPTEMBER 2009: Damit im Hustensaft kein Schmieröl istVON BARBARA GENSHEIMER Unternehmen im Gespräch – Ingenieurdienstleister IMS in Heppenheim berät seit zehn Jahren Pharma- und Medizinkunden
Grünewald weiß aus langjähriger Erfahrung, dass dabei einiges schiefgehen kann: wenn zum Beispiel aus einer Maschine Schmiermittel in die Arznei tropft oder ein Medikament schlichtweg falsch etikettiert wird. „Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler. Und wir helfen unseren Kunden deshalb dabei, die gesetzlichen Regeln zur Qualitätssicherung effektiv und mit möglichst wenig Aufwand einzuhalten“, erklärt der siebenundvierzigjährige Wirtschaftsingenieur. Am Anfang eines Qualifizierungsprojekts veranschaulicht sich das jeweilige IMS-Team daher immer den gesamten Herstellungsprozess – vom Rohstoff bis zum fertigen Arzneimittel oder Medizinprodukt. Anschließend wird jeder einzelne Produktionsschritt auf mögliche Risiken untersucht. „Gibt es in der Produktion beispielsweise einen Mischer mit Aluminiumteilen, könnten diese mit dem Rohstoff reagieren und den Wirkstoff verfälschen“, erklärt Grünewald. Seinen Kunden macht er dann Vorschläge, wie die Gefahr verringert werden kann. Im Fall des Mischers könnte dies durch eine geeignete Beschichtung der fraglichen Teile geschehen. Je nach Größe des Projekts dauert eine solche Analyse zwischen einigen Wochen und mehreren Monaten, wenn wie aktuell die Einrichtung eines neu gebauten Laborgebäudes überwacht wird. Krisen fürchtet Grünewald nicht: „Die Pharmabranche wächst weiter. Und die Medizin-technik explodiert geradezu, weil die Menschen immer älter werden.“ Aufgrund der Globalisierung würden Pharmahersteller zudem immer häufiger Unternehmensteile verlagern. Damit dabei alles reibungslos vonstatten geht und am neuen Standort sofort weitergearbeitet werden kann, bietet IMS seinen Kunden ein Umzugsmanagement. „Darin sind wir Marktführer, weil wir europaweit die einzige Firma sind, die Umzüge von kompletten Labors so spezialisiert plant.“ Die meisten davon sind ähnlich groß wie IMS, auch was die Umsatzzahlen angeht. Auf die Frage, warum der Konkurrenzdruck in diesem Zukunftsmarkt so gering ist, muss Grünewald lachen: „Vielleicht, weil das, was wir machen, so schwer verständlich ist.“ Zwei Prozent des Umsatzes für FortbildungQualifizierte Mitarbeiter, die Grünewald „die Vermögenswerte der Firma“ nennt, sind dem zweifachen Vater sehr wichtig: Rund zwei Prozent des Jahresumsatzes investiert er in regelmäßige Fortbildungen. Das sei schon aufgrund der schnell wechselnden Anforderungen in seiner Branche unerlässlich. Dass sich Grünewald vor zehn Jahren auf Kunden aus der Welt der Tabletten, Spritzen und künstlichen Hüftgelenke konzentrierte, war eher „eine Bauchentscheidung“: 1998 arbeitete er freiberuflich an einem Qualifizierungsprojekt für eine Tablettenpresse. „Das waren hunderte Seiten Papier, alles furchtbar umständlich“, erinnert er sich. „Und ich fragte mich, ob sich die Eignung einer solchen Anlage nicht irgendwie eleganter nachweisen lässt – ähnlich wie in der Mathematik.“ Einfachere Instrumente kannte Grünewald bereits aus seiner Zeit als freiberuflicher Berater der Automobil-Zulie-ferindustrie. Künftig will Jürgen Grünewald, der selbst in Heppenheim lebt, mit seinem Team noch an-spruchsvollere Projekte anpacken – und sich verstärkt um innovative, forschende Unternehmen der Pharmabranche bemühen: „Jedes Jahr einen von den Großen dazu-gewinnen, das wäre ideal“, sagt er lachend. |
Wird Jürgen Grünewald gefragt, worin die Leistungen seiner Beratungsfirma IMS Integrierte Management Systeme e. K. in Heppenheim bestehen, antwortet er mit einem Vergleich: „Wir sind wie die Werkstatt Ihres Vertrauens, die Ihr Auto fit für den TÜV macht.“ Der TÜV – das ist im Fall von Grünewalds Kunden aus der Pharma- und Medizintechnik die jeweilige Behörde, die kontrolliert, dass auch die Produktion von bereits zugelassenen Pillen, Salben oder Implantaten keine Risiken für den Endverbraucher birgt.